Anlass für diesen Artikel ist ein Beitrag auf Xurzon, der wirklich gut geschrieben ist. Günter berichtet über seinen Werdegang als Paid4-Blogger, seine Beweggründe, Erfolge und negative Erfahrungen.

Auch von der Abhängigkeit von Suchmaschinen wird geschrieben und Xurzon musste da ähnlich wie ich einige kleinere Rückschläge hinnehmen. Auch ich mache Zeitmangel, zu viele bezahlte Artikel und Links verantwortlich für kleinere Rankingverluste bei Google.

In diesem Artikel soll es genau um diese bezahlten Artikel gehen. Warum nimmt man sie an, wenn sie doch schädlich fürs Ranking sind? Hier soll es nicht darum gehen, wie viel Geld man doch mit bezahlten Schreibaufträgen verdienen kann, sondern welche Aufträge man annehmen sollte und welche lieber nicht.

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Anfragen über Anfragen

Geld verdienen mit PaidmailsAls ich mit dem Bloggen angefangen und auch schon mein erstes Geld im Internet verdient habe, suchte ich ausgiebig nach Methoden, mit denen man online noch mehr Geld verdienen kann. Schließlich wollte ich jede Gelegenheit nutzen.
Oft habe ich über bezahlte Blogbeiträge gelesen. Die Idee dahinter erschien mir auch logisch: Ich schreibe einen Text für ein Unternehmen, mache Werbung und dafür gibt es Geld. Läuft ja eigentlich überall in der Geschäftswelt so und klingt nicht unseriös.

Nur hatte ich damals leider keine Ahnung, wie man an bezahlte Schreibaufträge ran kommt. Ich hatte mich zwar bei einigen Anbietern angemeldet, die bezahlte Artikel vermitteln aber einen Auftrag habe ich da lange Zeit nicht erhalten.
Also habe ich die Idee dann irgendwann wieder vergessen und mich um andere Dinge gekümmert.

Ein paar Wochen später erreichte mich eine Mail mit einer Anfrage, ob ich einen bezahlten Artikel für eine kleine Firma veröffentlichen will und wie viel Geld ich dafür verlange.
Wow, ich war aufgeregt und hatte keine Ahnung, wie viel Geld ich für so einen Auftrag verlangen soll 😉 (Das werde ich wohl mal in einem anderen Artikel thematisieren)

Keine Ahnung, ich hab damals 20 Euro oder so dafür verlangt und das Geld auch schnell erhalten. Mir kam das wie die perfekte einnahmequelle vor. Überleg dir das mal: 20 Euro für ne halbe Stunde Arbeit.

So langsam kamen die bezahlten Artikel dann auch ins rollen. Ich habe mich bei vielen Ausschreibungen diverser Anbieter beworben und immer mal nen Auftrag bekommen. Im Durchschnitt gab es immer 30 Euro für einen Text und 10 Euro für einen Link.

Die verkauften Links waren mir sogar am liebsten: Alten Artikel bearbeiten, fremde unbekannte Seite verlinken, 10 Euro mehr auf dem Konto. Eine Minute Arbeit.

Als mir die Aufträge aus Zeitgründen irgendwann zu viel wurden, habe ich einfach mal die Preise erhöht. Mindestens 50 Euro wollte ich nun für einen Artikel auf PTC-Tests. Oft auch mehr.
Die Konsequenz: Genau so viele Aufträge wie vorher und doppelter Verdienst 🙂
Die Advertiser scheinen ja richtig viel Geld zu haben.

Mit der Zeit erreichten mich immer mehr direkte Anfragen per Mail und auch ziemlich abwegige Angebote.
Da habe ich mit mir selbst einen Deal gemacht: „Ich nehme nicht mehr jeden Scheiß an!

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Jeder Mensch hat seinen Preis

geld verdienen mit artikelnSchnell ist mir auch klar geworden, dass bezahlte Artikel nicht unbedingt für die Platzierungen bei Google sind, vor allem, wenn sie nicht gekennzeichnet werden oder thematisch keinen Zusammenhang mit dem Blog haben.

In meinem Fall habe ich also alle Anfragen sofort abgelehnt, die nichts mit Geld verdienen im Internet, WordPress, SEO oder Selbständigkeit zu tun hatten.
Auch mit den Preisen bin ich noch ein Stück nach oben gegangen.

Manchmal kam ich dann aber an einem Punkt an dem ich mich fragte: „Wie hoch ist eigentlich mein Preis?“ Und damit meine ich nicht den Preis für ein paar Zeilen Text sondern der Preis für eine vorgespielte Meinung.

Das ist nämlich das große Problem bei bezahlten Artikeln. Es wird nicht immer ein redaktioneller Beitrag gekauft sondern oft verlangt, eine ganz bestimmte Meinung in den Artikeln wiederzugeben.

Die Seite XYZ ist ja sooo gut, kauft alle da ein!

Das ist eigentlich überhaupt nicht meine Art. Ich lüge doch nicht für Geld. Oder etwa doch?
Es ist schon verlockend, wenn man über 100 Euro für ein paar Zeilen Text geboten bekommt. Da kann man doch auch ein bisschen die Wahrheit verdrehen oder?
Ich wollte das nie machen. Wenn ich einen bezahlten Backlink eingebaut habe, dann habe ich einen Artikel drum herum gebaut, der zumindest ein bisschen lesbar ist und nicht vor nutzlosem Schleim trieft.

Tja, man ist halt doch bloß ein Mensch und Menschen sind gierig.
Ich hoffe das Google Webspam Team liest diesen Artikel mit. Ich weiß, dass verkaufte Links nicht den Richtlinien von euch entsprechen aber man sollte bei solchen Sachen ganz genau überlegen und keinen Bot über eine Abstrafung entscheiden lassen.

Gekaufte Lügen sind blöd. Artikel ohne Bezug auf die Zielseite sind blöd. 20 Links in einem Artikel sind blöd. Beiträge ohne Inhalt sind blöd.

Casinotest.de

Werbung

Aber überlegt doch mal: Was ist so verwerflich daran, wenn mich ein anderer Webmaster fragt, ob ich seine Seite mal testen und bei mir vorstellen kann. Ich bekomme ein paar Euro dafür und schreibe meine ehrliche Meinung. Er bekommt ein bisschen Traffic und nen Backlink.
So läuft nun mal das Marketing von Heute.

Medion schenkt auch der komischen Galileo Sendung irgendwelche PCs damit sie die verlosen können. Das ist ein Win-Win Geschäft. Die Sendung kann Gewinnspiele machen oder bekommt Geld. Medion bekommt Werbung für wenig Gegenleistung.
Wird Galileo deshalb in irgendeinem Ranking abgestraft?

Bezahlte Blogbeiträge sind für mich ein zweischneidiges Schwert. Ich habe hier auf meiner Seite zahlreiche Testberichte. Zum Beispiel von ClixSense. Ich habe diesen Anbieter getestet und einen Bericht darüber geschrieben. Ich werbe dafür, damit sich neue User über mich anmelden.

Was wäre, wenn ClixSense mich für diesen Bericht bezahlt hätte.
„lieber Adrian, hier sind 1000 Euro, probier mal unsere Seite aus.“
Ist meine Meinung dann weniger wert, wenn ich dafür bezahlt werde?

Wie will Google eigentlich wissen ob ein Artikel gekauft wurde oder nicht?
Ich kennzeichne jetzt immer meine verkauften Beiträge als „Sponsored Posts“. Nicht nur wegen Google sondern auch aus Rechtsgründen (Wettbewerbsverstöße und so) und damit sich meine Leser selbst ein Urteil bilden können. Du willst meine gekaufte Meinung nicht lesen? Schön, musst du auch nicht.

Du hast jetzt fast genau 100 Wörter gelesen, die ich auf meiner Tastatur getippt habe. Das war meine Meinung.
Ist die weniger wert, wenn ich jetzt ganz unten einen verkauften Backlink einfügen würde?

Denk mal drüber nach

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