Vor einigen Tagen war an dieser Stelle noch ein viel diskutierter Artikel von mir zu sehen. Es ging um Abmahnungen, Behauptungen, Drohungen und vor allem in den Kommentaren wurden sich wilde Wortgefechte geliefert.

Der Artikel ist jetzt weg. Gelöscht.

Mit diesen neuen Worten versuche ich euch zu erklären, warum das für mich die bessere Wahl gewesen ist.

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Als Blogger muss man sich nicht alles gefallen lassen.

Das war der Anreiz für den einstigen Artikel und der gleichen Meinung bin ich auch jetzt noch. Ich wollte mir nicht das Wort und meine Meinung verbieten lassen. Entstanden ist ein Artikel, der gewollt provokativ gewirkt hat, in meinen Augen aber in keiner Weise gegen Deutsches Recht verstoßen hat.

Die Kommentare dazu mussten bald schon deutlich entschärft werden. Ich als Webmaster bin haftbar für den Inhalt, den ihr in den Kommentaren schreibt. Wenn ihr wütend über bestimmte Personen seid, dann kann ich das verstehen.
Bei Anschuldigungen und vor allem Beleidigungen gegen andere wird es aber schon schwieriger für mich. Wenn hier falsche Tatsachen veröffentlicht werden, dann bin ich dran, egal ob sie von mir stammen oder nicht.

Wie auch immer. Die Person um die es ging wollte sich das verständlicherweise nicht gefallen lassen und kündigte rechtliche Schritte gegen mich an.
Ich sah das eigentlich ziemlich gelassen. Was sollte mir schon passieren? Ich hab doch an keiner stelle gelogen.

Schnell merkte ich aber, wie aufwendig und (kosten)intensiv allein schon die Vorbereitungen für eine Auseinandersetzung sein können.

Eine nette Anwaltskanzlei hat die Sachlage für mich kurz angeschaut. Kostenlos. Eine genaue Überprüfung hätte mich circa 500€ gekostet.

An der Stelle gab es für mich eigentlich schon kein zurück mehr. „Scheiß auf das Geld“, dachte ich mir, „Ich bin schließlich im Recht.“

Heute kam dann eine Mail von der betroffenen Person, die ich absolut nicht erwartet hätte. Eine Art Friedensangebot. Ich wurde vor die Wahl gestellt:

1. Ich lösche den Artikel und die Sache hat sich erledigt
2. Mich erwartet ein langer Gerichtsprozess nachdem der Artikel vielleicht trotzdem gelöscht wird

Da musste ich mich entscheiden

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Das Ergebnis könnt ihr hier sehen. Der Artikel ist weg. Habe ich verloren? Habe ich als Blogger aufgegeben? Habe ich mir meine Meinung verbieten lassen?

Das musst du entscheiden.

Was hättest du getan?

Bei mir war es nicht die Angst oder das Geld was mich zu dieser Entscheidung gebracht hat, sondern die Zeit und die Kraft.

Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Zeit ich in den letzten Tagen mit diesem Fall verbracht habe. Viel zu viel wenn es nach mir geht. An eine gerichtliche Auseinandersetzung möchte ich da gar nicht erst denken. Ich habe viel mit anderen Bloggern geschrieben, denen es ähnlich erging. Ich denke, die meisten können diesen Schritt von mir verstehen.
Auch als Blogger muss man manchmal wissen, wann Schluss ist.

Ich sehe das wie gesagt nicht als Niederlage an. Ich bereue es keine Sekunde, dass ich diesen Artikel geschrieben hatte. Es hat Spaß gemacht ihn zu schreiben und das Feedback war auch enorm. Für mich war das mal was richtig neues. Ich betreibe diese Seite nicht aus Geldgier. Ich hatte nie gedacht, dass ich damit auch nur einen Cent verdiene. Ich habe angefangen mit Bloggen, weil mir das Schreiben Spaß macht.

Und das hier ist jetzt der erste Artikel auf PTC-Tests, der richtig aus der Seele kommt. Keine knallharten Fakten. Keine Affiliate Links. Kein Gelaber. Ich verzweifel sonst manchmal, wenn ich in einem Artikel auf 300 Wörter kommen will und mir nichts mehr zum Thema einfällt. Jetzt bin ich fast bei 600 und ich könnte noch ewig weiter schreiben…

PS: Die Kommentare zu diesem Artikel sind übrigens auf Moderation gestellt. Kritik/Lob an mir und meiner Seite ist gern gesehen. Für alles andere gibt es das Kontaktformular.