Am Anfang des Jahres 2014 gab der deutsche Leitindex DAX signifikant nach, stieg dann noch einmal kurz an und verlor schließlich bis Anfang Februar vom höchsten Hoch im Januar aus gemessen rund 650 Punkte. Das hört sich dramatisch an, zumal die meisten Anlageberater für das Jahr 2014 die 10.000-Punkte-Marke auf der Agenda haben, die tatsächlich im Januar fast geknackt worden wären. Wie lautet die Interpretation um den 5. Februar 2014 herum, und welche Tradingchancen ergeben sich in anderen Märkten?

trennlinie

DAX – Korrektur oder neuer Crash?

Bei altgedienten Börsianern werden ungute Erinnerungen wach, denn schon einmal – 2007 – hatte sich der DAX von einem Alltime-High zum nächsten gehangelt, um dann im Zuge der amerikanischen Subprime-Krise wie alle Leitindizes dieser Welt dramatisch abzustürzen. Diese Entwicklung hatte damals auch kaum jemand kommen sehen. Um zu prognostizieren, was 2014 passieren könnte, helfen charttechnische Überlegungen, aber auch ein Blick auf die Fundamentaldaten der deutschen, europäischen und globalen Wirtschaft.

wordle binäre Optionen

Charttechnik: Eine Korrektur wie die gegenwärtige ist nicht ungewöhnlich. Es gab sie Mitte 2013 in etwas stärkerem Ausmaß, sie war ohnehin spätestens beim Erreichen der 10.000-Punkte-Marke erwartet worden. Dass der Dax ein wenig früher – um 9.750 Punkte – nachgab, gehört zu den Launen der Börse. Dieses Mal wurde also die Psycho-Marke nicht geknackt, es ging schon vorher nach unten. Unter diesem Blickwinkel könnten mutige Spekulanten ab sofort behutsam Long-Positionen aufbauen und sie nötigenfalls mit einem gegenläufigen Hedge – einem etwas niedriger gewichteten Put – absichern. Zur Not steigt man etwas tiefer nochmals ein, wenn beispielsweise K.o.-Schwellen erreicht werden. Falls es wirklich crasht, passiert das rasant und unübersehbar. Dann gewinnt der Put.

Fundamentalbetrachtung: Die führenden Notenbanken der Welt, allen voran die FED, deuten seit Januar 2014 behutsam an, dass die Politik des allzu billigen Geldes vorbei sein könnte. Die FED, die ihre Leitzinsen längst nicht mehr senken kann, fährt das Anleiheaufkaufprogramm allmählich zurück, eine Erhöhung der Leitzinsen könnte folgen. Was die Amerikaner vormachen, dürfte die EZB als Signal für die gleiche Handlungsweise aufnehmen, zumal viele Europäer – allen voran die Deutschen – eigentlich Gegner zu niedriger Zinsen sind. Die Investoren haben aber auf steigende Kurse gesetzt und in Aktien investiert, weil sie durch das Zinstief mit festverzinslichen Anlagen nichts mehr verdienen konnten, eine prekäre Situation für die großen Versicherer und die Rentenfonds. Der daraus erwachsene Trend könnte tatsächlich kippen, nur eine robuste Wirtschaft würde weiter für steigende Kurse sorgen. In Europa ist indes nur eine Wirtschaft wirklich robust – die deutsche. Kann sie sich der allgemeinen Krise auf Dauer entziehen? Hier schweben viele Fragen im Raum.

Weitere Tradingchancen: Gold, Währungen und Aktien

Das Gold hatte sein historisches Hoch im Herbst 2011 bei über 1.900 Dollar pro Feinunze erreicht (ein Jahrtausendhoch, wahrscheinlich war es nur um das Jahr 1480 teurer), dann ging der Preis in eine Abwärtsbewegung über, die sich seit Mitte 2013 in einem großen Swing zwischen rund 1.200 bis 1.400 Dollar etabliert hat. Anleger dürften wieder behutsam auf Gold setzen, vor allem bei schwächelnden Aktienmärkten. Zu vermuten wäre eine gegenläufige Bewegung zwischen den großen Indizes Dow Jones, DAX & Co. und dem Gold – wenn die Aktienmärkte nachgeben, steigt das Gold an, ein ganz alter Klassiker, dem man aktuell wieder vertrauen darf. Sehr clevere Spekulanten setzen aktuell eher noch auf das Silber, denn für dessen Preisanstieg gibt es fundamentale Gründe: Silber ist ein stark nachgefragtes Industriemetall, es wird ohne Recyclingmöglichkeit in vielen Anwendungen (Katalysatoren, Fotochemie) „verbraucht“. Der Silberpreis ist genügend gefallen, er könnte alsbald wieder richtig steigen.

Einen großen Swing gibt es auch bei den Majorwährungen, der US-Dollar bewegt sich gegen den Euro schon lange zwischen 1,25 und 1,45 und wird diese Spanne aufgrund des relativen Gleichgewichts zwischen den Volkswirtschaften beider Währungsräume wahrscheinlich länger beibehalten. Hier lohnt sich der Einstieg in Longpositionen an der Unterkante und in Puts an der oberen Grenze des Swings. Starke Trends hingegen lassen sich im Dollar gegen den Yen ausmachen, eine Langfristentwicklung ist gar im Cable (britisches Pfund gegen Dollar) zu verzeichnen. Wem solche Trends ohnehin lieber sind, der setzt auf Aktien wie den TecDAX-Wert BB Biotech (WKN: A0NFN3), der einen Aufwärtstrend wie gemalt aufweist. Die Aktien der Social Networks wie Xing und Twitter laufen aktuell eher seitwärts, Facebook allerdings hat in jüngster Zeit wieder zum Sprung nach oben angesetzt und die psychologisch wichtige Marke von 60 Dollar übersprungen. Hier sind unter Umständen spannende Geschichten zu erwarten, denn diese Netzwerke gelten als die Goldgruben des 21. Jahrhunderts.